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Die Schweiz ist das Silicon Valley der Robotik

April 9th, 2013

High-Tech fällt einem nicht zuerst ein, wenn man an die Schweiz denkt. Doch in einem Interview bezeichnet Chris Anderson die Schweiz als Silicon Valley der Robotik. Früher war er Chefredakteur des Magazins »Wired«, heute ist er Vorsitzender des Drohnenherstellers 3D Robotics. In den letzten Jahren machte der Publizist und Unternehmer durch seine Bücher »The long Tail: Why the Future of Business is Selling Less of More« und seinem neuesten Werk »Makers: The New industrial Revolution« auf sich aufmerksam. In der Online-Ausgabe der Basler Zeitung stellte er sie Verbindungen zwischen Robotik und Schweiz genauer dar.

Roboter

Robotik in der Schweiz

Zur Schweiz hat der Erfinder durch seinen Grossvater einen Berührungspunkt. Der Ingenier Fred Hauser emigirierte in die USA erfand den automatischen Rasensprinkler. Trotz der familiären Vorbelastung war Chris Anderson kein Maker von Anfang an. Die Drohnen entstanden erst als er seine Kinder mit Lego und Robotik beeindrucken wollte. Doch dazu musste er die Konstruktionen zum Fliegen bringen, das gelang ihm ein bisschen. Die Kinder waren trotzdem noch nicht beeindruckt. Der Vater baute aber weiter und aus dem Spiel mit Legosteinen entwickelte sich die Firma 3D Robotics. Einen weiteren Link zur Schweiz gibt es mit den Partnern ETH Zürich und EPF Lausanne. Er bezeichnet die beiden Universitäten als »zwei der besten Robotik-Universitäten der Welt«. Diese Entwicklung erklärt er damit, dass die Robotik sehr lange, wie die Schweizer Uhrenindustrie, rein mechanisch war. Als die Elektronik dazu kam, kombinierten sie die beiden Bereiche erfolgreich.

Makers Revolution und die Demokratisierung der Produktion

Seine Vorstellung von der Makers Revolution erklärt Chris Anderson mit der zunehmenden Demokratisierung der industriellen Produktion. Aus 3-D-Druck-Start-ups sind inzwischen richtige Unternehmen geworden. Jetzt kann man Ideen bei relativ niedrigen Kosten in Prototypen umsetzen. Somit ist schon die Funktionsfähigkeit nachgewiesen. Der nächste Schritt zum Durchbruch  ist, dass sich jetzt noch mehr Menschen für die Idee interessieren. Bildet sich daraus eine Community, stehen die Chancen gut, dass daraus ein marktreifes Produkt wird. Den Schritt von der Idee zur Marktreife sieht er durch die technische Entwicklung heute unabhängiger von kulturellen Einflüssen. Das unternehmerische Umfeld in den USA ist nicht mehr ausschlaggebend.

Bildquelle: Dieter Schütz  / pixelio.de